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Der Begriff Typografiker, entstammt der österreicherischen und schweizerischen Front und ist der Begriff der klassischen Ausbildungberuf Schriftsetzer. Umgangssprachlich wurde der Typografiker bis 1999 verwendet und vom Druckvorstufentechniker abglöst.

In Deutschland verbindet man heutzutage den aktuellen Ausbildungsberuf "gestaltngstechnische Assistenten" der wiederum den Mediengestalter für Digital- und Printmedien absetzte. Der Typografiker ist dieser Tage, eine technisch versierte Person, die sowohl Layouts entwirft und sich trotzdem um den klassischen Part der Typografie bemüht.

Ein kleines Typografie - Wissenslexikon

Blocksatz

Im DTP eine Satzart, bei der alle Zeilen von gleicher Länge sind und links und rechts eine geschlossene Linie bilden. Dies wird erreicht durch variierende Wortabstände und Trennungen oder das typographisch nicht empfehlenswerte Letterspacing (vgl. Flattersatz). Ursprünglich wurde mit B. eine typographische Stilrichtung nach 1900 bezeichnet, bei der alle Textelemente durch ®Austreiben oder Hinzufügen von Schmuckelementen in Blockform gebracht wurden; im Bleisatz hieß B. Glatter Satz.

Cicero

Typographische Maßeinheit der Bleisatzära, umfaßt 12 Didot-Punkt und ist heute auf 4,5 mm festgelegt. Der Buchdrucker Ulrich Hans Cicero soll im 15. Jh. in Rom eine 12-Punkt-Schrift geschaffen haben, wonach dieser Schriftgrad den Namen erhielt. Einer anderen Deutung zufolge sollen die ersten Bücher der Reden Ciceros in 12-Punkt-Schrift gedruckt worden sein.

Dickte

Bei den Bleilettern die Breite der Letter mit freiem Raum (Fleisch) rechts (Vorbreite) und links (Nachbreite), die für optimale Zurichtung (Laufweite) sorgt. Vor- und Nachbreite dienen zur Regulierung des Buchstabenabstands.

Didot-Punkt

Das von dem französischen Schriftgießer Pierre Simon Fournier um 1735 erfundene Maßsystem wurde um 1785 von der Schriftgießerei Didot auf der Basis des französischen Fußmaßes verbessert und fand in ganz Europa Verbreitung. 1879 wurde es von dem Berliner Schriftgießer Hermann Berthold auf den 2660sten Teil eines Meters festgelegt (1000 mm = 2660 Punkt, 1 mm = 2,66 Punkt, 1 Punkt = 0,376 mm, heute auf 0,375 mm abgerundet.

Duktus

Urspr. durch die Federführung des Schreibers entstandener Ausdruck der Schrift als Wechsel von feinen und fetten oder gleichstarken Buchstabenstrichen; auch bei typographischen Schriften ist damit der charakteristische Wechsel von Strichen verschiedener oder gleicher Stärke gemeint; D. ist ein Kriterium beim Schriftmischen.

Durchschuß

Im Bleisatz nichtdruckende Metallstücke ("Regletten"), die zwischen die Zeilen gelegt wurde, um den gewünschten Zeilenabstand zu erhalten. Unter dem Aspekt der optimalen Lesbarkeit sollte der D. etwa 1 Viertel der Schriftgröße betragen, bei kurzer Zeilenbreite ist der Wert zu reduzieren, bei langen Zeilen zu erhöhen. Außerdem spielt der Schriftcharakter (Verhältnis von Ober-/Unterlängen zu den Mittellängen) eine Rolle.

Einzug(= linker Einzug)

Markierung einer neuen inhaltlichen Einheit im fortlaufenden Text durch Einrücken der Anfangszeile des Absatzes. Als idealer Einzugswert gilt das optische Geviert; Ggs. hängender Einzug (Auszug).

Flattersatz

Satzart mit ungleich langen Zeilen, die nur auf einer Seite optisch eine gleichmäßige Linie bilden. Je nach Ausrichtung spricht man von linksbündigem und rechtsbündigem Flattersatz. Werden die Zeilen mit der gleichen Textmenge wie beim Blocksatz gefüllt, spricht man von Rauhsatz. Zuweilen wird auch der auf Mittelachse zentrierte Satz mit ungleichen Außenrändern als (mittiger) Flattersatz bezeichnet. Vgl. dynamischer Zeilenfall.

Flattersatz und Rauhsatz:

Im Gegensatz zum Blocksatz besitzen der Flattersatz und der Rauhsatz unterschiedlich lange Zeilen. Den Auslauf der Zeilen bezeichnet man als Flatterzone, die beim Rauhsatz durch die erlaubte Silbentrennung nicht so ausgeprägt ist. Bei der Trennung sollte man die 27. im Rechtschreib-DUDEN genannte Korrekturregel beachten: nach Möglichkeit soll bei langen Zeilen nicht öfter als drei mal hintereinander getrennt werden, bei kurzen Zeilen nicht mehr als fünf mal.

Fleisch

Leerer Raum um das Buchstabenbild herum, führt bei kritischen Buchstabenverbindungen zu optisch größeren Abständen, die durch Kerning ausgeglichen werden müssen. Im DTP durch die Laufweite regulierbar.

Geviert

Schriftzeichen ( Geviertstrich) oder nichtdruckendes Element in der Breite des Schriftkegels: bei einer 10-Punkt-Schrift ist das Geviert also 10 Punkt breit; vgl. Em-Space

Hurenkind

engl.orphan. Letzte Zeile eines Absatzes am Anfang einer Kolumne (Seite oder Spalte); gilt als typographische "Todsünde", da abgesehen von der unästhetischen Wirkung der Leserhythmus unnötig gestört wird. In manchen Textverarbeitungs- und DTP-Programmen falsch übersetzt als Waise.

Kerning

Optische Angleichung des Zwischenraums von kritischen Buchstabenverbindungen an die Laufweite durch Unterschneiden.

Gruppe 1:

Venezianische Renaissance-Antiqua
Sie ist hervorgegangen aus der humanistischen Minuskel des 15. Jh., die mit der schräg angesetzten Feder geschrieben worden ist. Haar- und Grundstriche sind in der Dicke nicht sehr verschieden (Beispielschriften: Trajanus, Schneidler-Mediäval, Golden Type)

Gruppe 2:

Französische Renaissance-Antiqua
Sie hat die gleiche Herkunft wie die Venezianische. Sie weist jedoch grössere Unterschiede in der Strichdicke auf. Der Querstrich des kleinen "e" liegt waagrecht (Beispielschriften: Weiss-Antiqua, Palatino, Trump-Mediäval).

Gruppe 3:

Barock-Antiqua
Sie steht unter dem Einfluss der Kupferstecher-Schriften und hat grössere Strichdicken-unterschiede als die Renaissance-Antiqua. In der Regel sind die Serifen (An- und Abstriche) der Kleinbuchstaben oben schräg und unten waagrecht angesetzt.(Beispielschriften: Fournier, Baskerville, Imprimatur).

Gruppe 4:

Klassizistische-Antiqua
Sie steht den Kupferstecher-Schriften besonders nahe. Die dünnen Anstriche sind waagrecht und im rechten Winkel zu den fetten Grundstrichen. (Beispielschriften: Bodoni, Didot, Corvinus).

Gruppe 5:

Serifenbetonte Linear-Antiqua
Die Haar- und Grundstriche unterscheiden sich wenig in der Dicke. Sie sind optisch einheitlich. (Beispielschriften: Clarendon, Volta, Schadow, Pro Arte).

Gruppe 6:

Serifenlosen Linearschriften
Ein Teil der serifenlosen Schriften ist in der Strichdicke optisch einheitlich. Bei anderen unterscheiden sich die Strichdicken stark. (Beispielschriften: Akzidenz-Grotesk, Helvetica, Gill, Univers, Folio, Erbar-Grotesk).

Gruppe 7:

Antiquavarianten
Dazu gehören alle, die nicht den Gruppen 1 bis 6, 8 und 9 zugeordnet werden können, weil ihre Strichführung vom Charakter abweicht. (Beispielschriften: Codex, Columna, Hammer-Unziale, Largo, Neuland, Profil).

Gruppe 8:

Schreibschriften
Dazu zählt man die zur Drucktype gewordenen "lateinischen" Schul- und Kanzleischriften. (Beispielschriften: französische und englische Schreibschrift, Charme, Mistral, Legende).

Gruppe 9:

Handschriftliche Antiqua
So benannt werden Schriften, die von der Antiqua oder deren Kursivschriften (Schrägschriften) in Handschrift und frei abgewandelt sind. (Beispielschriften: Zur Gruppe gehören Schriften wie Post-Antiqua, Polka, Hyperion).

Laufweite

Die L. einer Schrift ergibt sich aus dem Buchstabenabstand, also dem freien Raum zwischen den einzelnen Buchstaben eines Wortes. Dieser sollte bei serifenlosen Schriften so stark sein wie die Senkrechten der betreffenden Schrift, bei Serifenschriften so stark, daß sich die Serifen nicht berühren. Je kleiner der Schriftgrad, desto lichter die L., je größer der Schriftgrad, desto dichter die L. Für die L. ist das Default im DTP oft zu eng gesetzt. Vom professionellen Standpunkt aus abzulehnen ist die durch das Letterspacing hervorgerufene, zeilenweise wechselnde Laufweite.

Mediävalziffern

auch: Charakterziffern, Minuskelziffern; Ziffern mit Ober- und Unterlänge, besonders für den Werksatz gebraucht. Ggs.: Normalziffern

Paginieren

Im Verlaufe des Umbruchs die Seiten eines Werks numerieren.

Punkt

Typografische Masseinheit, 12 Punkt sind 1 Cicero oder 4,5 mm. Typographisches Punktsystem

Punzen

Bei der Bleiletter/type der Innenraum der Buchstaben.

Satzspiegel

Die im Layout vorgesehene Fläche auf dem Papier für Text und Abbildungen. Zum S. gehört der lebende Kolumnentitel; nicht dazu gehören toter Kolumnentitel, Marginalien und Bogensignatur.

Schusterjunge (schweiz. Waisenkind)

engl.orphan (2)
Alleinstehende Anfangszeile eines Absatzes am Ende einer Kolumne (Spalte oder Seite). Ggs. Hurenkind

Wortabstand

Leerraum, durch den die einzelnen Wörter voneinander getrennt sind. Je nach Schriftart und Schriftschnitt variiert der Wortabstand zwischen einem Viertel- und einem Halbgeviert, wobei für normale Leseschriften das Drittelgeviert empfohlen wird. Beim Flattersatz ist der W. konstant, beim Blocksatz variiert er.

Zeilenabstand

Der Z. ergab sich im Bleisatz durch den Schriftkegel und den zwischen den Textzeilen stehenden Durchschuß. Im DTP ist der Z. eine rein rechnerische Größe, die den Abstand von der Schriftlinie der einen Zeile zur Schriftlinie der nächsten mißt. Vor allem bei Titelsatz, bei Überschriften u.a. in großen Schriftgraden gesetzten Textelementen ist optischer Zeilenabstand anzustreben, der vom rechnerischen stark abweichen kann.

Zeilendurchschuß

Neuwort in einigen DTP-Programmen, gebildet aus Zeilenabstand und Durchschuß gemeint ist der Abstand zwischen den Schriftlinien aufeinanderfolgender Zeilen.
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